Chester Bennington - die zwei Seiten einer verlorenen Kindheit

Chester Bennington (1976-2017)  war ein               US-amerikanischer Rock-Sänger der Bands Linkin Park, Dead by Sunrise, Stone Temple Pilots sowie Grey Daze.

Sein Selbstmord schockierte seine Fans und Kollegen in der Musikindustrie. Der Musiker hinterließ sechs Kinder aus zwei Ehen. Es gab keine offensichtlichen Gründe für sein Aufhängen. Alle fragen sich: Warum?

Bennington beging den Selbstmord am Geburtstag seines engen Freundes Chris Cornell, der im Mai dieses Jahres verstorben war. Chester war durch den Tod von Cornell sehr erschüttert und schrieb ihm einen ergreifenden Brief, in dem er gestand, dass es ohne Chris Cornell kein Leben sei.

Leben

Chester Bennington war der Sohn eines Polizisten und einer Krankenschwester und hatte einen dreizehn Jahre älteren Bruder sowie zwei Halbschwestern.

Nach der Scheidung der Eltern im Jahr 1987 übernahm der Vater das Sorgerecht für Bennington. Er kümmerte sich jedoch kaum um seinen Sohn. Auch von seiner Mutter fühlte sich Chester im Stich gelassen. Das gestörte Verhältnis, das Bennington so zu seiner Familie entwickelte, gipfelte in dem Gedanken, seine Familienmitglieder zu töten und wegzulaufen.

Im Kindes- und Jugendalter war er zudem sexuellem Missbrauch ausgesetzt, der nach seinem Bekunden im Alter von sieben oder acht Jahren begonnen hat und erst mit 13 Jahren geendet hat. Aus Scham und Angst davor, als homosexuell verspottet zu werden, hat sich Bennington erst spät jemandem anvertraut.

 

Mit einer stark ausgeprägten Kreativität malte er Bilder zu seinen Erlebnissen und schrieb Lieder, in denen er seine Gefühle beschrieb. Mit seinem Jugendfreund Sean Dowdell gründete er 1993 die Band Sean Dowdell and his Friends. Schon davor nahm er Drogen und trank große Mengen Alkohol, blendete so seine Kindheit aus. Das Spektrum der konsumierten Drogen reichte von LSD über Opiate und Benzodiazepine bis hin zu Kokain und Crystal Meth. Rasch war Bennington von beiden letztgenannten Drogen abhängig. 1994 zog er zurück zu seiner Mutter. Im Alter von          18 Jahren wurde Bennington von einem US-Gericht zu Sozialstunden verurteilt und von seiner Mutter wurde ihm Hausarrest auferlegt, als diese seine Drogensucht bemerkte.

Am 20. März 1999, an seinem 23. Geburtstag, erhielt Bennington einen Anruf von Jeff Blue, einem ehemaligen Manager von Zomba Music. Blue betreute zu diesem Zeitpunkt die Band Xero, die auf der Suche nach einem neuen Sänger war. Blue bat Bennington, seinen Gesang über Xero-Demos einzusingen. Innerhalb von drei Tagen stellte Bennington sämtliche Demos fertig. Anschließend spielte er Blue die Demos via Telefon vor und wurde danach nach Augora Hills zu Xero eingeladen. Xero fand in Chester Bennington einen neuen Sänger. Darauf nannte sich die Band Hybrid Theory. Nach fünf Wochen, am 1. Mai 1999, wurde bereits in Eigenregie die erste EP veröffentlicht, die sich jedoch nicht gut verkaufte. Schließlich fand die Band in Warner Music Group einen Verleger und veröffentlichte unter dem Namen Linkin Park am 24. Oktober 2000 das erste Album, welches sich über 24 Millionen Mal verkaufte.

 

Im Allgemeinen schien das Leben von Bennington, wenn nicht perfekt, dann doch gelungen. Es war eine beispielhafte Erfolgsgeschichte im Sinne des amerikanischen Traums: Ein schwer erziehbarer Teenager ohne akademische Bildung aus Phoenix, Arizona, wurde zum Weltstar mit dem 23. Lebensjahr. Trotz des musikalischen Erfolgs mit Linkin Park fühlte sich der intensivierte Konsum von Alkohol und Marihuana an. Um die Band Linkin Park mit seinen persönlichen Problemen nicht weiter zu belasten, gründete Bennington ein Soloprojekt Snow White Tan. Daraus entstand die Band Dead by Sunrise. Inzwischen hatte Bennington die Thematisierung und Verarbeitung von Erlebnissen und Ereignissen aus seinem Leben in Liedern der Band Linkin Park beendet, was zu einer unter Fans kontrovers diskutierten Stiländerung der Musik beitrug.

Einige Züge seiner Musik

Der Sänger landete aber oft in Krankenhäusern und einige sahen in seinem Kampf gegen seine Sucht die Quelle des verzweifelten Zusammenbruches, für den seine Fans seine Stimme so stark lieben. Magerer, kränklicher Mann mit Brille und Tattoos hypnotisierte das Publikum mit seiner musikalischen Macht.

 

Dieser Zusammenbruch konnte man auch in Texten von Linkin Park heraushören. Bennington sang offen über seine Probleme: Drogensucht, Streit in der Familie, die Scheidung der Eltern. Darüber hinaus erwähnte Bennington in einem Interview, dass er auch an einen Selbstmord denkte. Der Musiker verbundete dies mit der erlebten Gewalt und dem sexuellen Mißbrauch in seiner Kindheit, die er nie endgültig verarbeitet hatte.

Einige Lieder und ihre Texte

Castle of Glass

Bring mich heim in einem blendenden Traum

Durch all die Geheimnisse, die ich erkannt habe, hindurch

Wasch mir das Leid von meiner Haut

Und zeig mir, wie ich wieder ganz sein kann

Denn ich bin nur ein Sprung in dieser Burg aus Glas

Kaum wahrnehmbar für dich.

Numb

Ich bin es leid so zu sein, wie du mich haben willst

Fühl mich so treulos, verloren unter der Oberfläche

Weiss nicht, was du von mir erwartest

Fühle mich gezwungen, in deine Fußstapfen zu treten

(Gefangen im Sog, einfach gefangen im Sog)

Jeder Schritt, den ich mache, ist nur ein weiterer Fehler für dich

(Gefangen im Sog, einfach gefangen im Sog)

 

Ich wurde so taub,

dass ich dich dort nicht spüren kann

Ich wurde so müde,

Mir wurde immer mehr bewusst

Ich werde zu dem

Alles was ich will

Ist, mehr wie ich zu sein und weniger wie du

 

Kannst du nicht sehen, dass du mich erdrückst?

Zu fest hältst, aus Angst die Kontrolle zu verlieren?

Denn das ganze Bild, das du dir von mir gemacht hast

Fiel direkt vor dir zusammen.

Crawling

In meiner Haut kribbelnd

Diese Wunden werden nicht heilen

Angst ist, was mich zu Fall bringt

Ich verwechsel was echt ist

 

Da ist etwas in mir, das unter der Oberfläche an mir zerrt

Mich verzehrt

Mich verwirrt

Dieser Mangel an Selbstbeherrschung, fürchte ich, wird niemals aufhören

Kontrollierend

Ich kann scheinbar nicht

 

wieder zu mir selbst finden

Mir fällt die Decke auf den Kopf

(Ohne Selbstvertrauen, und ich bin überzeugt, dass der Druck zu gross ist)

Schon früher habe ich so empfunden

so unsicher.

One More Light

Ich hätte bleiben sollen, gab es Zeichen, die ich übersah?

Kann ich dir helfen, dass deine Schmerzen aufhören?

Wir sahen Brillianz, als die Welt schlief

Es gibt Dinge, die können wir haben, jedoch nicht behalten

 

Wenn sie sagen

Wen kümmert es wenn ein weiteres Licht ausgeht?

In einem Himmel aus Millionen Sternen

Er flimmert, flimmert

Wen kümmert es wenn jemandes Zeit abläuft?

Wenn alles, was wir sind nur ein Moment ist

Wir sind schneller, schneller

Wen kümmert es wenn ein weiteres Licht ausgeht?

Nun, mich kümmert es

 

Die Erinnerungen reißen dir den Boden unter den Füßen weg

In der Küche, steht ein Stuhl mehr als du brauchst

Du bist wütend, und das solltest du sein, denn es ist nicht gerecht

Nur weil du es nicht sehen kannst, heißt es nicht, dass es nicht da ist.

Gemeinsamkeiten

Chester Bennington hatte aber einige Gemeinsamkeiten mit anderen Künstlern, wie beispielsweise mit David Gahan aus "Depeche Mode" und James Hetfield aus "Metallica".

David Gahan kam aus einfachen Lebensverhältnissen. Seine Eltern trennten sich als er noch ein Kind war. Der Vater starb mit seinem 10. Lebensjahr. Gahan litt jahrelang an der Drogensucht und starken Depressionen. Erst nach der Eheschließung und der Übernahme der Vatersrolle befreite er sich von seinen Lästern.

Im Gegesatz dazu kam James Hetfield aus gebildeten Lebensverhältnissen. Seine beiden Eltern starben an Krebs als er noch Jugendlicher war. James litt an der Alkoholsucht und an starken Depressionen. Erst als er dreifacher Vater geworden ist, konnte er seine alten Traumaten verarbeiten und sich von seinen Lästern befreien.

Dasselbe Schema

Bennington, Gahan und Hetfield lassen sich dasselbe Schema in ihren Laufbahnen nachvollziehen:

  • Traumatische Erlebnisse in der Kindheit wie Trennung, Scheidung oder Tod der Eltern sowie häusliche Gewalt
  • Sie waren nie ein Einzelkind in ihrem eigenen Elternhaus
  • Verlassen des Elternhauses
  • Flucht in die Welt der Kunst und Musik, um Kindestraumata zu verarbeiten
  • Drogen- und/oder Alkoholsucht, um traumatische Erinnerungen zu vergessen
  • Versuche eigene Beziehungen aufzubauen
  • Eigene Kinder wurden zur Welt gebracht.

Fazit

Somit können wir zwei Seiten einer Medaille sehen:

  • Eine Seite besagt, dass die verstörte und verlorene Kindheit künstlerische Kreativität fördert und der Menschheit Genies schenkt.
  • Die andere Seite legt aber an den Tag, dass diese Genies dafür zu hohe Preise zahlen können bzw. sie können ihre eigenen Seelen verlieren.

Die Informationen und Bilder sind von den folgenden Internetseiten genommen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Chester_Bennington

https://ria.ru/culture/20170721/1498910013.html

Kennen Sie die Lieder von Bennington?

Mögen Sie seine Werke?

Warum wurden sechs Kinder von Bennington nicht zu seinem Halt wie das Kind von Gahan aus "Depeche Mode" und die Kinder von Hetfield aus "Metallica"?

Warum wurde Bennington sein Freund Chris Cornell viel wichtiger als eigene Kinder?

Warum hat Bennington seine Vatersrolle nicht vollkommen wahrgenommen?

           Wissen Sie die Antworten auf die oben erwähnten Fragen?

 

                     Dann,

 

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Comments: 23
  • #1

    Imke (Saturday, 29 July 2017 16:56)

    Sehr interessant!

  • #2

    Lisa Russo (Saturday, 29 July 2017 22:12)

    It's definitely sad when someone takes their own life. I think it's very hard on their family and friends. I don't have answers to any of your questions I'm afraid...

  • #3

    Blackswan (Sunday, 30 July 2017 09:33)

    Isn't it sad he had to choose that option? Such a pity! xoxo

  • #4

    Isy (Sunday, 30 July 2017 12:25)

    Its really sad! So sad!

    Bjxxx
    <a href="http://ontemesomemoria.blogspot.pt/">Ontem é só Memória</a> | <a href="https://www.facebook.com/ontemesomemoria/">Facebook</a> | <a href="https://www.instagram.com/pequenabonecadetrapos/">Instagram</a>

  • #5

    Kati (Sunday, 30 July 2017 15:15)

    Er musste eine sehr hohen Preis zahlen, genau wie die vielen anderen Kinder, die in schlechten Verhältnissen aufwachsen. Sehr traurig!

    -Kati
    http://www.almoststylish.de

  • #6

    Justyna (Sunday, 30 July 2017 17:48)

    Interesting post :)!!!

  • #7

    NATALIA (Sunday, 30 July 2017 17:52)

    Great post!! Thanks for information. Kisses

  • #8

    Rena (Sunday, 30 July 2017 21:39)

    Das ist wieder ein sehr guter Beitrag, vielen Dank! Ja, ich denke auch, dass Chester Bennington ein Genie war, und dass vermutlich seine schlimme Kindheit gerade seine geniale Kreativität gefördert und unterstützt hat. Nichtsdestotrotz hat er offenbar sehr schwer unter all den Traumata gelitten und der Vergleich mit den beiden anderen Künstlern den Du hier ebenfalls aufzeigst, zeigt nochmals die Parallelen. Möge seine Seele in Frieden ruhen!
    Liebe Grüße, Rena
    www.dressedwithsoul.com

  • #9

    Frank (Sunday, 30 July 2017 22:23)

    Es ist immer wieder traurig, dass künstlerische Genies einen so hohen Preis ihres Lebens zahlen müssen. Auf dem Rücken des Leider dieser Menschen breitet sich die Genialität aus, an denen sie zerbrechen. Unsere Idole geben uns das, was sie nie hatten. Dafür sind sie für mich Helden und keine Drogensüchtige Verrückte. Viele sollten sich dieses Leid und diese Qual bewusst werden und dieses Erbe in Ehren halten, denn sie haben selbstlos den Menschen viel geschenkt.

  • #10

    Наталья Белогловская (Monday, 31 July 2017 00:33)

    So interesting post!
    http://beyoutiful.com.ua/?p=4011

  • #11

    The Yum List (Monday, 31 July 2017 01:01)

    Some powerful lyrics here and even more so when you put them in the context of his life.

  • #12

    FaBa-Familie aus Bamberg (Monday, 31 July 2017 12:22)

    RIP Chester
    Wir sind sehr große Fans von Linkin Park und eben Chester.
    Schade, das es ihn nun nicht mehr gibt, doch er wusste wohl einfach keinen anderen Ausweg mehr.
    Grüße Marie

  • #13

    TiaMel (Monday, 31 July 2017 12:26)

    Als ich davon las, war ich schon sehr traurig und erschüttert ...

  • #14

    Anita (Monday, 31 July 2017 14:33)

    What a very interesting post dear
    Thank you so much for graet sharing
    Kisses

  • #15

    Anna (Monday, 31 July 2017 16:20)

    That was a shocking news of last week... Thanks for sharing

  • #16

    Lindsey (Monday, 31 July 2017 22:14)

    I very much enjoyed his music. His passing was incredibly sad. I did not know so much about his early life, though, until this post. So, I really appreciate you putting this all together for us.

  • #17

    Radi (Tuesday, 01 August 2017 06:10)

    So sad he took away his own life. This effected so many of his loyal fans.

    www.fashionradi.com

  • #18

    Kinga K. (Tuesday, 01 August 2017 11:17)

    I love Linkin Park and I still can't believe what happened.. My heart is broken :/

  • #19

    Vika (Tuesday, 01 August 2017 12:15)

    Спасибо за интересную информацию!

  • #20

    RBH (Wednesday, 02 August 2017 02:16)

    Interesting reading. Thanks for sharing!

  • #21

    Rena (Wednesday, 02 August 2017 16:58)

    Ich wünsche Dir noch eine schöne Woche!
    Liebe Grüße, Rena
    www.dressedwithsoul.com

  • #22

    Alina (Monday, 04 September 2017 18:55)

    Hallo, ich muss gestehen, dass ich Gänsehaut bekommen habe, als ich Deinen Beitrag gelesen habe. Ich selber bin schon immer ein Linkin Park Fan gewesen. LP war meine erste wirkliche Lieblingsband, ich weiß, dass Chester sehr viele Probleme hatte, dennoch finde ich es mega traurig, dass er sich sein Leben genommen hat. R.I.P Chester.

  • #23

    Engel (Monday, 11 December 2017 19:01)

    Immer noch unfassbar.....