Das Geheimnis der Schwarzen Madonna: Wie ist sie denn?

Als Schwarze Madonna wird in der religiösen Kunst das Bild oder die Statue einer Madonna bezeichnet, deren Gesicht schwarz ist. Dies kann entweder auf eine schwarze Bemalung oder auf die Verwendung von schwarzem Holz oder Stein zurückgeführt werden.

 

In Brasilien wird die Schwärze mit der dunklen Hautfarbe einheimischer Bevölkerung in Verbindung gebracht und als Mariendarstellung einer schwarzen Bevölkerung interpretiert.

 

Die früher häufig vertretene Meinung, die dunkle Farbe sei auf nachträgliche Einflüsse wie das hohe Alter des Holzes oder aber auf die Verrußung durch das Anzünden von Kerzen vor dem Andachtsbild zurückzuführen, ist nach derzeitigem Kenntnisstand falsch. Eine selektive Schwärzung, die sich nur auf Gesicht und Hände auswirkt, nicht aber zum Beispiel                                                                              auf die Kleidung, erscheint wenig plausibel.

 

Das Phänomen der Schwarzen Madonnen ist nach wie vor nicht vollständig erforscht. Das macht die Schwarzen Madonnen auch zu einem attraktiven Thema für Grenzwissenschaften und Esoterik. Die Schwarzen Madonnen sind am öftesten in Frankreich zu finden und sie sind dort am besten erforscht. Bisher noch kaum erforscht sind die Schwarzen Madonnen Italiens.

 

Zu drei berühmtesten Schwarzen Madonnen Europas zählen:

  • Die Schwarze Madonna im Kloster Einsiedeln, die Schweiz
  • Die Schwarze Madonna von Tschenstochau (Częstochowa), Polen
  • Schwarze Madonna von Altötting in Bayern, Deutschland.

Schwarze Madonna im Kloster Einsiedeln, die Schweiz

Die Schwarze Madonna von Einsiedeln ist ein spätgotisches Gnadenbild aus der Mitte des      15. Jahrhunderts. Sie ersetzte das ursprünglich romanische Gnadenbild, welches beim Brand 1465 zerstört worden war. Die schwarze Hautfarbe stammt vom Russ der Kerzen und Lampen, die vor der Figur brannten. Als sie 1803 in Österreich restauriert wurde, legte der Künstler die ursprüngliche Farbe frei und bemalte sie wieder fleischfarben. Diese Änderung stieß in der Bevölkerung auf Unmut und so wurde die Madonna wieder schwarz übermalt.

 

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts erhielt die Statue ein spanisches Gewand in Glockenform. Es wird noch heute entsprechend dem Kirchenjahr gewechselt. Das Gnadenbild befindet sich innerhalb der Klosterkirche in einer Gnadenkapelle, deren heutigen Bauform aus den Jahren 1815–1817 stammt und das Vorbild für mehrere Nachbauten war.

Am 4. Dezember 2015 wird im Kloster Einsiedeln das neue Buch «Madonnas Fashion – Die ,Spirituelle Modeschau‘ zum Einsiedler Gnadenbild» im Beisein von zahlreichen prominenten Persönlichkeiten vorgestellt. Das Buch zeigt die Kleider und den Schmuck des berühmtesten Gnadenbildes der Schweiz in opulenten Abbildungen. Ergänzt wird das Werk durch viele literarische Texte mit spannenden Geschichten von namhaften Schriftstellerinnen und Schriftstellern über den Wallfahrtsort Einsiedeln.

 

Die «Spirituelle Modeschau» im Kloster Einsiedeln zeigt eine Auswahl der Kleider der Einsiedler Madonna sowie Schmuck aus ihrer Schatulle. 2014 drehte das Schweizer Fernsehen unter dem Titel «Die Erotik der Schwarzen Madonna» im Rahmen des Themenschwerpunktes «Baroque mon amour» einen Dokumentarfilm über die Kleider der Schwarzen Madonna und das Leben im Kloster. 

Schwarze Madonna von Tschenstochau (Częstochowa), Polen

Die Schwarze Madonna von Tschenstochau (Częstochowa) ist ein Gnadenbild der Jungfrau Maria, das in Polen als nationales Symbol verehrt wird. Die Schwarze Madonna befindet sich seit sechs Jahrhunderten im Kloster Jasna Góra. Das Marienbild ist

122,2 × 82,2 × 3,5 cm groß. 

 

Um die Schwarze Madonna von Częstochowa ranken sich zahlreiche Legenden.  Dieses Bild soll 326 von der hl. Helena zu Konstantin dem Großen nach Konstantinopel gebracht worden sein. Im 14. Jahrhundert soll das Bild schließlich als Mitgift einer byzantinischen Prinzessin nach Osteuropa gekommen sein. Der Legende nach wollte es Prinz Ladislaus von Polen 1382 nach einem Tatarenüberfall, bei dem das Bildnis der Muttergottes am Hals beschädigt wurde, von Bełz nach Oberschlesien bringen. Bei Jasna Góra verweigerten die Kutscherpferde ihren Dienst, was als Zeichen gesehen wurde, dass das Bild dort ins Kloster gebracht werden solle.

 

Nachdem ein Soldat das Bild zweimal mit einem Säbel beschädigt haben soll, wurde er der Legende nach vom Blitz getroffen. Die dadurch entstandenen Hiebe ließen sich nicht übermalen, da die Farbe immer wieder verlief. In der Tat wurde das Kloster am 14. April 1430 von Hussiten überfallen und das Gemälde schwer beschädigt. Die Plünderer rissen das Bild vom Altar, schlugen der Madonna mit dem Schwert ins Gesicht und warfen das Bild auf den Boden, wo die hölzerne Tafel in drei Teile zerbrach. Danach sollte das Bild in Krakau am königlichen Hof restauriert werden, was zunächst nicht gelang, da die Restauratoren versuchten Temperafarben auf einem Bild der Enkaustik anzuwenden. Daher wurde das Wachs entfernt und eine möglichst getreue Kopie des Bildes geschaffen. Die Spuren der Schwerthiebe wurden zur Erinnerung nachgeritzt. Die Schändung des Bildes steigerte die Berühmtheit des Gnadenbildes nachträglich.

 

Der Legende nach soll die Schwarze Madonna von Częstochowa bei der Belagerung von Jasna Góra durch die Schweden 1655 das Kloster geschützt haben. Die Schwarze Madonna von Częstochowa wurde ein Jahr später von König Johann II. Kasimir symbolisch zur Königin Polens gekrönt.

Schwarze Madonna von Altötting in Bayern, Deutschland

Die Gnadenkapelle Altötting ist eine Wallfahrtskapelle am Kapellplatz in Altötting in Bayern. Der Grund für die weltweite Bekanntheit Altöttings als Marienwallfahrtsort liegt in einer Begebenheit aus dem 15. Jahrhundert. Im Jahr 1489 soll sich dort folgendes Wunder ereignet haben: Ein dreijähriger Knabe war in den Mörnbach gefallen, von der Strömung mitgetragen worden und wurde für ertrunken gehalten. Die verzweifelte Mutter brachte das leblose Kind nach seiner Bergung in die der Muttergottes geweihte Kapelle und legte es auf den Altar. Dort begann sie mit anderen Gläubigen, für die Rettung ihres Kindes zu beten. Nach kurzer Zeit kehrte das Leben in den Körper des scheinbar toten Kindes zurück. Die Legende besagt, dass der gerettete Knabe später zum Priester geweiht wurde.

Es verbreitete sich der Brauch, zur Gnadenkapelle zu pilgern und die „

schwarze Madonna von Altötting um Hilfe zu bitten.

Fazit

  • Die Schwarzen Madonnen besitzen etwas Mystisches und werden besonders innig verehrt. Das Geheimnis ihrer Entstehung ist trotz vieler Erklärungsversuche noch nicht gelüftet. Orte mit Schwarzen Madonnen wie beispielsweise Altötting haben deshalb für viele Gläubige eine magische Anziehungskraft. 
  • Die Schwarzfärbung der Madonna konnte vom Kerzenrauch stammen. 
  • Eine weitere Erklärung vermutet einen Bezug auf das Hohe Lied, wo es heißt: "Nigra sum sed formosa" - schwarz bin ich, aber schön (Hld 1,5)
  • Eine andere Erklärung sieht eine Verbindung zu den Kreuzzügen, bei denen die mitteleuropäischen Kreuzritter mit den Darstellungen im Orient in Kontakt kamen. Vielleicht anhand so einer Theorie wurde die Schwarze Madonna als christianisierte Göttin von dort zurückgebracht.

 

 

Glauben Sie and die Kraft der Schwarzen Madonnen!

Entdecken Sie sie!

 

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Comments: 14
  • #1

    Michael (Tuesday, 07 March 2017 22:05)

    Sehr informativer Beitrag und gut recherchiert!!! Vieles wusste ich noch nicht oder es wurde von anderen Informationen überlagert.
    Egal ob man an die Kraft der jeweiligen Madonna glaubt, einfach einmal innehalten vor den Zeugnissen der Menschheitsgeschichte, bringt einem schon zum Nachdenken über sich selbst.

  • #2

    ivana split (Tuesday, 07 March 2017 22:56)

    great information! I saw the black Madonna when I went on a school trip to Spain. It was ages ago but I remember it well.

  • #3

    Allie Mackin (Tuesday, 07 March 2017 23:30)

    Oh this so making me want to travel more, I went to Paris last October but went for FW, I need to do more sight seeing next time I go. These photos are wonderful/

    Allie of
    www.allienyc.com

  • #4

    Pilar Bernal Maya (Wednesday, 08 March 2017 01:57)

    Very interesting information
    kss
    =)
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  • #5

    Lorna (Wednesday, 08 March 2017 03:41)

    Wow, what a fantastic place! Amazing!

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  • #6

    Jackie (Wednesday, 08 March 2017 10:30)

    Sehr interessanter Beitrag

  • #7

    Vika (Wednesday, 08 March 2017 12:04)

    Восхитительные фотографии) спасибо за информацию!

  • #8

    Mónica Sors - Mes Voyages à Paris (Wednesday, 08 March 2017 12:54)

    Wow very interesting place!
    xx
    Mónica Sors
    MES VOYAGES À PARIS
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  • #9

    Romy Matthias (Wednesday, 08 March 2017 21:09)

    Ich wuste nicht mal, dass es auch schwarze Varianten gibt, wieder was gelernt. LG Romy

  • #10

    Andrea (Wednesday, 08 March 2017 22:01)

    Very interesting! Thanks for sharing! :)

    Andrea.

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  • #11

    Anne Collise (Thursday, 09 March 2017 01:13)

    Tudo lindo e interessante!
    Amei o post!

    Um beijo.
    www.annecollise.com

  • #12

    Miriam - Londonkitchendiaries.com (Thursday, 09 March 2017 13:34)

    I did not even know about Black Madonnas - interesting to read more about the theories behind it.

  • #13

    Tubbs (Wednesday, 15 March 2017 15:49)

    I love the icons and the Madonnas. Your photos are beautiful. Thank you for sharing

  • #14

    Marylou (Tuesday, 28 March 2017 00:45)

    I saw a black madonna in Algerie .Thers was a storry that's shewas crying when pople visit her.